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Aktuelle Texte
An meine Mitmenschen

Wozu habe ich Finger?
Ich möchte euch berühren!

Wozu habe ich Empfindungen?
Ich möchte mit euch fühlen!

Wozu habe ich meine Sprache?
Ich möchte mich mit euch verständigen!

Wozu spüre ich den Hass?
Ich möchte
die Normen,
die Empfindungslosigkeit,
die Gefühlskälte
und das sprachliche Unvermögen

VERNICHTEN

Gottes Farben

Danke, Gott, für die Vielfalt der Farben,
die du uns geschenkt hast:

die Farben der Pflanzen
die Farben des Himmels
die Farben der Jahreszeiten
die Farben des Mondes
die Farben der Tiere
die Farben der Kontinente
die Farben unserer Augen
die Farben des Regenbogens
die Farben der Sonne
die Farben der Steine
die Farben unserer Haare
die Farben des Sandes
die Farben der Meere
die Farben unserer Haut

Das alles macht unsere Welt so bunt!

Uhren versenken

Heute versenke ich meine Uhren
mit den Ziffern der Zeit
und dem militärisch dezidierten Voranschreiten der Zeiger
auf den Grund der Ozeane

und ich

versinke

hellwach und träumend

in der Zeit
die mir
für mein Leben
gegeben wurde


Das Fähnlein auf dem Turm

Dies Lied liebt jedes Kind so sehr:
vom Fähnlein auf dem Turm,
das sich bei Wind dreht und bei Sturm -
doch lernt man mehr und mehr,
wenn dieses Lied, der Hände Spiel
sich festigt bis ins Herz:
Strategisch meidet der den Schmerz,
der wendig strebt zum Ziel.



Märchenwirklichkeit II

Was uns die uralten Mären
von Anbeginn erklären,
ist schon recht oft geschehen:
Man muss den Ring nur drehen -

doch nicht berechnend oder frustriert,
nur gedankenverloren und unbeschwert..



Dämmerstunde

Wenn Tag und Nacht einander umarmend begrüßen,
um sich danach wieder voneinander zu lösen,
schaue ich ins Grau–Blau und hänge den Gedanken nach,
die meinen Tag durchzogen.

Ich lege sie ab und bereite mich vor für die Nacht.

Wenn der neue Tag anbricht,
werde ich sie aufgreifen
und zu Ende denken.



Genuss der Freude

Wenn dir Gutes widerfährt,
freu dich völlig unbeschwert!
Genieß es ruhig und losgelöst,
was die Stunden dir versüßt!
Denn du weißt: An andren Tagen
gibt es wieder was zu klagen.



Verlorene Zeit

Das Angeln im See der verlorenen Zeit
bringt nie den erhofften Ertrag..



Coup de foudre*

- Liebe nach dem ersten Wort -

Nicht sehend war ich,
als ich dir begegnete:
kein Blick, kein äußerer Eindruck

Deine Worte waren es
im Zusammenspiel mit deiner Stimme,
deinen Gedanken und deinem Humor,
die das Feuer entfachten:

meine Liebe nach dem ersten Wort

* "Liebe auf den ersten Blick"


Reale Träume


Geschenke des Lebens sind Begegnungen, in denen sich Worte, Klänge, Blicke, Berührungen, Gefühle miteinander verweben.

Sie kreieren den Stoff, aus dem reale Träume bestehen: ein Gemisch aus Chiffon, Seide, Leinen, Brokat oder schweren Teppichen – mal kühlend, mal wärmend.

Diesen Stoff kann man nicht kaufen, nicht verkaufen, nicht stolz präsentieren – man kann ihn nur leben.

Auch hierbei ist es wichtig, die Pflegehinweise zu beachten, damit die realen Träume nicht überstrapaziert werden und zerreißen.

Ebenso beachtenswert ist es, das Beziehungsgewebe vor Mottenfraß zu schützen.



Sehnsucht

Die tiefe Sehnsucht ist immer
die große Schwester
der gehauchten Ahnung.



Häutung

Erspart bleibt mir im Leben nichts;
es packt mir immer noch was drauf
und ich stagnier ob des Gewichts.
Ich hab den Kaffee langsam auf!

Doch dann halt ich einfach inne,
atme durch und schau mich um;
acht' auf meine sieben Sinne,
dreh mich nicht im Kreis herum.

Plötzlich ist's wie fernes Läuten;
klarer wird mein innres Sehn:
Ich muss mich mal wieder häuten
und behutsam weitergehn!


Gott ist anders

Gott ist anders
als wir
ihn haben wollen.


Kostbarkeit

Erst im Bewusstsein
der Sterblichkeit
wird das Leben
zum Juwel.

27. 09. 2007